Im März dieses Jahres reisten wir für einige Tage nach London, um verschiedene Kamerageschäfte zu besuchen und Kontakte aus der Branche zu treffen.
Wie bei jeder Reise stand auch diesmal die Frage im Raum:
Welche Kamera kommt mit?
Street Fotografie in London mit Leica M4-2 und Summaron 2.8/35mm
Die Wahl der Kamera: Kompakt statt auffällig
Ursprünglich war es eine klassische Spiegelreflexkamera: die Nikon F mit Photomic-FTN-Sucher und 50-mm-f/1.4-Objektiv. Eine technisch solide Wahl, aber für Streetfotografie in einer Großstadt wie London nicht ideal. Größe und Präsenz spielen hier eine entscheidende Rolle.
Kurz vor der Abreise habe ich mich bewusst anders entschieden. Ich habe dann die deutlich kompaktere Leica M4-2 zusammen mit dem Leica Summaron 35 mm f/2,8 mit auf die Reise genommen. Ein 35mm Objektiv ist für Streetfotografie nahezu perfekt. Es bietet genug Weitwinkel, um Szenen und Umgebung einzufangen, wirkt dabei aber nicht zu distanziert.
Mein Setup: Klassisch, reduziert, unauffällig
Das Setup wurde durch einen Leicameter MR-1 ergänzt. Es ist klassisch, reduziert und unauffällig. Zu Beginn bestand Skepsis, ob die Selenzelle noch zuverlässig arbeitet. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass die Messung erstaunlich präzise ist.
Für maximale Unauffälligkeit habe ich die Schriftzüge der Kamera abgeklebt. Ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung im Alltag auf der Straße.
Das Ergebnis ist ein reduziertes, klassisches Setup, das genau so aussieht, wie man es sich bei der Streetfotografie der 1960er Jahre vorstellt.
Fotografieren ohne integrierten Belichtungsmesser
Die Umstellung auf einen externen Belichtungsmesser erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit. Der Workflow ist langsamer und bewusster. Genau das ist aber auch der Vorteil.
Nach kurzer Zeit entsteht ein sehr flüssiger Ablauf. Man arbeitet konzentrierter und überlegter und entwickelt ein besseres Gefühl für Licht.
Aus der Perspektive der Anwender lässt sich Folgendes festhalten:
- Ein integrierter Belichtungsmesser ist komfortabler.
- Ein externer Belichtungsmesser erfordert mehr Aufmerksamkeit.
Filmfotografie auf Reisen: Flughafen und X-Ray-Scanner
Ein Thema, das viele unterschätzen, ist die Filmsicherheit am Flughafen.
Moderne Körperscanner werden oft als unbedenklich für Filmmaterial deklariert. Insbesondere Filme mit höherer ISO-Empfindlichkeit können jedoch durch die Röntgenstrahlung von Handgepäck-Scannern sichtbare Schäden davontragen.
Es dauert nur wenige Minuten, sich beim Sicherheitspersonal zu melden und eine manuelle Kontrolle zu erfragen. Einfach die Filme vorher in eine durchsichtige, wiederverschließbare Tüte packen.
Im Vergleich zum Risiko ist dieser kleine Aufwand minimal, vor allem, weil jedes Bild einzigartig ist.
London ist die perfekte Kulisse für Streetfotografie
Während der Reise zeigte sich London von seiner besten Seite. Das ungewöhnlich gute Wetter mit klaren Tagen und viel Sonne bot ideale Bedingungen.
Die Stadt selbst ist fotografisch extrem vielseitig.
Mit ihrer Mischung aus kühler Architektur und historischen, urbanen Strukturen bietet die britische Hauptstadt eine extrem vielseitige Umgebung für Fotografen. Bei gutem Wetter bieten lebendige Straßen, einzigartige Charaktere und starke Kontraste zwischen harten Schatten und Licht ideale Bedingungen für authentische Aufnahmen. Diese urbane und visuelle Dichte macht London zu einem hervorragenden Ort. Gerade diese Mischung macht London sowohl für Schwarzweiß- als auch für Farbfilme interessant.

Filmwahl: Schwarzweiß und Farbe im Wechsel
Zum Einsatz kamen überwiegend:
- Ilford HP5 Plus (Schwarzweiß)
- Kodak Gold 200
- Kodak Portra 400
HP5 eignet sich hervorragend für klassische Street Szenen mit starken Kontrasten.
Portra 400 bietet dagegen eine sehr natürliche Farbwiedergabe und hohe Flexibilität.
Kodak Gold bringt einen etwas wärmeren, nostalgischen Look ins Spiel.

Fotoläden in London entdecken
Eine persönliche Methode von mir, eine Stadt zu erkunden, ist der Besuch von Fotogeschäften.
So bewegt man sich automatisch durch verschiedene Stadtteile, trifft Gleichgesinnte und entdeckt Orte abseits der klassischen Touristenrouten.
Eine klare Empfehlung ist Mr CAD Photographic.
Ein Geschäft, das bewusst nicht minimalistisch gestaltet ist. Stattdessen stapeln sich dort Kameras, Objektive und Zubehör. Genau diese Dichte macht den Reiz aus.
In solchen Läden finden sich oft unerwartete Stücke und echte Sammlerobjekte.
Warum analoges Fotografieren anders ist: Die Realität der Filmfotografie
Bei der analogen Fotografie ist das Ergebnis oft durch eine Vielzahl an Filmen und nur wenigen Treffern gekennzeichnet.
Wer analog fotografiert, kennt die ehrliche Bilanz nach der Entwicklung. Oft bleiben von mehreren belichteten Filmen nur ein bis zwei Aufnahmen pro Film, mit denen man wirklich zufrieden ist. Der Unterschied zur digitalen Fotografie ist enorm. Dort entstehen Hunderte Bilder in Sekunden, die anschließend direkt aussortiert werden können.
Doch genau darin liegt der eigentliche Wert des Analogfilms. Die begrenzte Anzahl an Aufnahmen zwingt zur Entschleunigung und schärft den Blick für das Wesentliche.
Bewussteres Fotografieren: Jedes Bild wird abgewogen, bevor der Auslöser gedrückt wird.
Mehr Konzentration auf den Moment: Die Aufmerksamkeit gilt dem Motiv, nicht dem Display.
Echte Spannung bis zur Entwicklung: Das Ergebnis bleibt bis zur letzten Sekunde unbekannt.
Das Öffnen der Scans aus dem Labor ist für jeden Analog-Fotografen ein ganz besonderer Moment. Ein Moment, den die digitale Fotografie schlicht nicht ersetzen kann und der jeden einzelnen Treffer umso wertvoller macht.
Nach der Entwicklung zeigte sich: Das Setup hat funktioniert.
Die Kombination aus Leica M4-2, Summaron 35mm und externem Belichtungsmesser liefert einen sehr charakteristischen Look.
Gerade bei Schwarzweiß-Aufnahmen kommt dieser besonders gut zur Geltung.
Die anfängliche Unsicherheit bezüglich des Belichtungsmessers bestätigte sich nicht.
Die Ergebnisse waren konsistent und zuverlässig.
Für zukünftige Reisen bleibt festzuhalten: Die Leica M4-2 ist eine sehr geeignete Wahl für Street Fotografie.
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