Wir haben eine Nachricht bekommen von einem Herrn aus Norddeutschland, für uns etwa 600 Kilometer entfernt: rund 20 Leica-Kameras, die er verkaufen möchte. Ein ganz gewöhnlicher Ankauf, dachten wir. Am Ende wurde daraus einer der größten Ankäufe, den JBV Foto bisher gemacht hat, wahrscheinlich sogar im sechsstelligen Bereich.

Diese Geschichte zeigt etwas, das uns beim Thema Kamerasammlung bewerten immer wieder begegnet: Der erste Eindruck sagt selten etwas über den tatsächlichen Wert einer Sammlung aus. Was zählt, sind ein paar klare Faktoren, unabhängig davon, ob es sich um 20 Kameras handelt oder um mehrere Hundert.

Diese Faktoren entscheiden über den Wert Ihrer Kamerasammlung

Bei der Bewertung einer Kamerasammlung zählen für uns vor allem fünf Dinge:

     - Marke und Modell. Leica-Messsucherkameras, Hasselblad-Mittelformatsysteme oder seltene Rolleiflex-Varianten liegen preislich in einer anderen Liga als Einsteigermodelle.
     - Zustand: Funktionierender Verschluss, saubere Lichtdichtungen, klares Glas ohne Pilzbefall.
     - Seltenheit. Kleine Seltene Objektive, Prototypen oder besondere Ausführungen heben sich vom Standardmodell ab.
     - Originalität und Zubehör. Originaldeckel, Gegenlichtblenden, Kaufbelege und Originalverpackung steigern den Wert.
     - Provenienz. Eine dokumentierte Herkunft, etwa aus einem professionellen Studio oder einer bekannten Sammlung, kann den Preis zusätzlich beeinflussen.

Dass sich mit gebrauchter Fotoausrüstung heute reales Geld verdienen lässt, zeigt auch der Markt insgesamt: Der weltweite Markt für gebrauchte Fotoausrüstung wurde 2024 auf rund 8,6 Milliarden US-Dollar geschätzt, Europa hält daran einen Anteil von etwa 32 %, umgerechnet rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Marktforscher erwarten bis 2034 ein jährliches Wachstum von rund 4,6 Prozent.

Warum die meisten Kameras weniger wert sind, als Besitzer denken

Nicht jede alte Kamera ist automatisch ein Schatz.
In den meisten Sammlungen, die wir sichten, liegt der Großteil der Stücke im unteren bis mittleren Preissegment. Den eigentlichen Wert einer Sammlung machen meist einzelne Ausreißer aus: ein seltenes Modell, eine besondere Fassung, ein gut erhaltenes Exemplar mit vollständigem Zubehör.

Das ist auch der Grund, warum wir jede Sammlung individuell und nicht pauschal bewerten. Eine ehrliche Einschätzung bedeutet manchmal, dass ein einzelnes Stück wenig wert ist, während ein anderes in derselben Kiste den Ausschlag gibt.

Kamerasammlung bewerten

Vom Leica-Ankauf zum sechsstelligen Großankauf: Ein Beispiel aus der Praxis

Zurück zu der Nachricht aus Norddeutschland.
Vorab einigten wir uns auf einen Preis für die rund 20 Leica-Kameras und vereinbarten einen Termin. Nichtsahnend fuhr ich mit einem Kollegen los, im Gepäck etwas Luftpolsterfolie und zwei Lagerkisten. Geplant war ein kurzer Trip: Kameras einladen, bezahlen, am Abend wieder in Nürnberg sein. Es kam anders.

Vom Leica-Ankauf zum sechsstelligen Großankauf

Kamerasammlung im Norden: Ein Haus voller Umzugskartons

Angekommen im Norden, fanden wir ein Haus voller Umzugskartons vor. Es musste geräumt werden. Für uns ist das ein vertrauter Anblick. Wir erleben oft Nachlässe und Haushaltsauflösungen, bei denen das Haus leer sein muss und anschließend verkauft wird. 
Schon beim Hereinkommen fiel uns auf, dass es mehr Kameras waren als besprochen. Die Menge beeindruckte uns auf den ersten Blick, sie blieb aber noch im Rahmen. Aus Neugier fragte ich, was in den vielen Umzugskartons steckt.

Die Antwort des Kunden überraschte mich. Das ganze Haus und alle Kartons waren voller Kameras. Der ursprüngliche Besitzer hatte ausschließlich Kameras gesammelt.

Ich war für einen Moment sprachlos. Mir war sofort klar, dass ich die gesamte Kamerasammlung kaufen möchte, zumindest wollte ich ein Gebot abgeben.

Genau solche Sammlungen suchen wir. 
Nach mehreren Stunden Sichtung einigten wir uns auf einen Preis. Auf diese Menge war ich nicht vorbereitet, aber Erfahrung und Expertise halfen weiter. Logistisch stand uns die nächste Aufgabe bevor. Wir mussten alles in einem Zug nach Nürnberg bringen, ohne unnötiges Hin- und Herfahren.

Sprinter mieten und sechs Stunden Kisten verladen

Also mieteten wir spontan vor Ort einen riesigen Sprinterbus. Wir holten ihn ab und begannen zu zweit, das Haus leer zu räumen. Die Umzugskisten wanderten Stück für Stück in den Laderaum. So hatten wir es mit dem Kunden vereinbart. Sechs Stunden lang trugen und packten wir Kisten Gegen 22 Uhr waren wir mit dem Einladen fertig.

Dann lagen noch sechs Stunden Fahrt durch die Nacht vor uns. Zwischen 4 und 5 Uhr morgens erreichten wir Nürnberg. Danach hieß es, den ganzen Bus wieder auszuladen.

Weder mein Kollege noch ich hatten diese Stunden eingeplant. Unser Plan sah einen Abend zu Hause in Nürnberg vor. Um 7 Uhr morgens waren wir nach einer sehr schlaflosen Nacht fertig.

Die Sammlung stand nun in unserem Büro.

In den folgenden Tagen und Wochen begann die eigentliche Arbeit: jedes Stück sichten, prüfen, testen und wieder in den Verkehr bringen. Mittlerweile haben viele Kameras neue Besitzer gefunden, andere warten noch auf ihre Sichtung.


Was in dieser Kamerasammlung alles steckte

Wir waren wirklich überwältigt von dem, was der Sammler zusammengetragen hatte. Den größten Teil machten Robot-Kameras samt passenden Objektiven aus. Robot-Kameras aus Düsseldorf sind bei Sammlern für ihren 
Federwerkantrieb bekannt. Auch die Konica Hexar RF war oft vertreten. Sie ist eine Messsucherkamera 
mit Leica-M-Bajonett. Dazu kamen sehr viele Contax G1 und G2, die wir ebenfalls übernahmen. Beide sind Messsucherkameras mit Autofokus und Zeiss-Objektiven.

Hinzu kamen etwa 20 bis 30 Leica-Kameras. Außerdem fanden wir Nikons, Canons und viele weitere Modelle.
Diese Kamerasammlung lag jahrelang in Umzugskartons. Wir freuen uns, ihr ein neues Leben zu geben. Mittlerweile haben viele Stücke neue Besitzer gefunden. Andere warten noch auf unsere Sichtung.  

Was am Ende in der Sammlung steckte, ging weit über die ursprüngliche Anfrage hinaus:

  • rund 20 bis 30 Leica-Kameras, der ursprüngliche Kern der Anfrage
  • etwa 400 Robot-Kameras samt passenden Objektiven, bekannt für ihren Federwerkantrieb (Berning, Düsseldorf), bei manchen Varianten wie dem  Robot Star 90 wurden seinerzeit nur rund 30 Exemplare gefertigt
  • etwa 15 Konica Hexar RF, eine Messsucherkamera mit Leica-M-Bajonett
  • eine größere Zahl Contax G1 und G2, Autofokus-Messsucherkameras mit Zeiss-Objektiven
  • diverse Nikon- und Canon-Modelle sowie weitere Kameras, nicht einzeln beziffert
  • Und ganz viel Fotozubehör
Dokumentierte Stückzahlen aus diesem Ankauf Balkendiagramm: Robot-Kameras rund 400 Stück, Leica 20 bis 30 Stück, Konica Hexar RF rund 15 Stück. Weitere Marken wie Contax G1/G2, Nikon und Canon waren ebenfalls Teil der Sammlung, wurden aber nicht einzeln beziffert. Robot ca. 400 Stück Leica 20 -> 30 Stück Konica Hexar RF ca. 15 Stück Sonstiges Contax G1/G2, Nikon, Canon u.a. Fotozubehör Blitzgeräte, Stative u.a.

Wie Sie den Wert Ihrer eigenen Sammlung realistisch einschätzen

Auch ohne Fachhändler lässt sich der Wert einer Sammlung grob einordnen:

  1. Dokumentieren Sie Marke, Modell und, wenn möglich, die Seriennummer jedes Stücks.
  2. Fotografieren Sie den Zustand ehrlich, auch sichtbare Mängel.
  3. Reinigen Sie nicht aggressiv. Alte Vergütungen und Mechanik sind empfindlich, ein Fachmann sollte ran, wenn etwas klemmt.
  4. Behalten Sie Zubehör, Originaldeckel, Köcher, Verpackung und Kaufbelege erhöhen den Wert spürbar.
  5. Lassen Sie Ihre Sammlung vor dem Verkauf schätzen, statt sie pauschal als "Dachbodenfund" anzubieten.
Wir kaufen Sammlungen und Nachlässe an

Sammlung verkaufen: So arbeitet JBV Foto beim Ankauf

Dieser Ankauf zeigt, worauf wir spezialisiert sind. Wir kaufen Sammlungen und Nachlässe an. Auch wenn wir nicht vorbereitet sind, finden wir eine Lösung. Der Kunde erhält sofort sein Geld, auch bei großen Umfängen. Die Abwicklung planen wir direkt mit. 

Hilfreich ist eine Vorabinformation zum Umfang. So kommen wir vorbereitet zum Kunden, und der Ablauf verläuft 
reibungsloser. In diesem Fall war er für uns sehr holprig. Für den Kunden blieb er trotzdem entspannt. Selbst im Extremfall konnten wir eine passende Lösung anbieten.

Ob Nachlass, Haushaltsauflösung oder private Sammlung, wir bewerten vor Ort. Dabei sichten wir Kameras, Objektive und Zubehör. Muss ein Haus schnell leer sein, planen wir den Ablauf entsprechend. Solche Geschichten und Sammlungen treiben uns an. Sie sind einer der Hauptbestandteile unserer Spezialisierung.

Bieten Sie uns gerne Ihre Sammlung oder Ihren Nachlass an. Wir erstellen vor Ort eine unverbindliche Schätzung, mit kostenloser Abholung, kostenloser Leerung, Transport und sofortiger Zahlung.

Egal wie schlaflos manche Nacht wird, es ist uns immer wieder wert.

Weitere Kameras und Objektive aus solchen Ankäufen finden Sie in den entsprechenden Kategorien auf unserer Website.

Füllen Sie jetzt unverbindlich das untenstehende Formular aus oder schicken Sie uns einfach eine Ankaufsanfrage über WhatsApp.

Häufig gestellte Fragen

Was ist meine alte Kamera wert?

Das hängt in erster Linie von Marke, Modell, Zustand und Seltenheit ab. Eine grobe Ersteinschätzung ist anhand von Fotos möglich, eine verlässliche Bewertung braucht in der Regel eine genauere Sichtung.

Sollte ich eine Sammlung als Ganzes oder einzeln verkaufen?

Das kommt auf die Sammlung an. Eine gemischte Sammlung mit wenigen wertvollen Ausreißern verkauft sich oft besser als Gesamtpaket, ähnliche Modelle in größerer Zahl lassen sich häufig sinnvoll gebündelt anbieten.

Wie lange dauert eine Bewertung bei JBV Foto?

Bei kleineren Sammlungen meist wenige Tage. Bei umfangreichen Nachlässen, wie im oben beschriebenen Fall, kann die vollständige Sichtung mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Bieten Sie uns gerne Ihre Sammlung oder Ihren Nachlass an. Wir erstellen vor Ort eine unverbindliche Schätzung, mit kostenloser Abholung, kostenloser Leerung, Transport und sofortiger Zahlung.

Egal wie schlaflos manche Nacht wird, es ist uns immer wieder wert.


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